Das Vorgehen in sechs Schritten
Echte Kundenfragen sammeln
Sammeln Sie 20 bis 30 Fragen, wie Ihre Kunden sie tatsächlich stellen. Gute Quellen sind Anfragen-Mails, Fragen aus dem Vertrieb, Telefonnotizen und die Suchbegriffe aus der Google Search Console. Schreiben Sie in der Sprache der Kunden, nicht in Ihrer Fachsprache.
Fragen nach Art mischen
Decken Sie mehrere Fragetypen ab: Anbietersuche mit Region („Wer wartet X in Bayern?“), Vergleich („Unterschied zwischen A und B“), Auswahl („Worauf achte ich beim Kauf von X?“) und Preis („Was kostet X ungefähr?“). Nur Anbietersuchen zu testen verfälscht das Bild.
In mehreren Systemen stellen
Testen Sie ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google (mit KI-Übersicht). Nutzen Sie einen neuen Chat und möglichst ohne persönliche Verlaufsdaten, etwa im privaten Fenster, damit frühere Gespräche die Antwort nicht färben. Stellen Sie jede Frage dreimal, denn die Antworten schwanken.
Ergebnisse festhalten
Notieren Sie pro Frage und System: Wurde Ihr Unternehmen genannt? An welcher Stelle? Welche Wettbewerber stehen dabei? Welche Quellen werden verlinkt? Eine einfache Tabelle genügt.
Auswerten
Teilen Sie die Zahl der Antworten mit Nennung durch die Zahl aller Antworten. Das ist Ihre Nennungsquote. Sie ist der Wert, den Sie später wieder vergleichen. Schauen Sie auch, welche Wettbewerber am häufigsten vorkommen und welche Seiten als Quelle dienen.
Technik prüfen
Prüfen Sie die Grundlagen, die unten beschrieben sind. Sie entscheiden oft, ob eine Seite überhaupt als Quelle infrage kommt.
So sieht die Auswertungstabelle aus
- Spalte 1: Frage
- Spalte 2: System (ChatGPT, Perplexity, Gemini, Google)
- Spalte 3: Durchlauf 1, 2, 3
- Spalte 4: Genannt? (ja/nein) und Position
- Spalte 5: Genannte Wettbewerber
- Spalte 6: Verlinkte Quellen
Der Technik-Check
Steht der Inhalt im HTML?
Rufen Sie Ihre Seite mit „Seitenquelltext anzeigen“ im Browser auf. Finden Sie dort Ihre Überschriften und Leistungsbeschreibungen? Wenn der Quelltext fast leer ist und Inhalte erst per JavaScript erscheinen, sehen viele KI-Crawler wenig.
Sind Crawler erlaubt?
Öffnen Sie ihre-domain.de/robots.txt. Prüfen Sie, ob Crawler wie GPTBot, OAI-SearchBot, ClaudeBot oder PerplexityBot ausgesperrt sind. Das passiert manchmal unbemerkt durch Sicherheits-Plugins.
Gibt es strukturierte Daten?
Mit dem Rich-Results-Test von Google sehen Sie, ob Ihre Seite Angaben zu Unternehmen, Leistungen und Fragen maschinenlesbar bereitstellt.
Sind die Firmendaten überall gleich?
Vergleichen Sie Name, Adresse, Leistungsbeschreibung und Ansprechpartner auf Website, LinkedIn, Google-Unternehmensprofil und Branchenverzeichnissen.
Beantwortet die Seite die Fragen?
Suchen Sie für Ihre fünf wichtigsten Kundenfragen die passende Seite bei sich. Gibt es dort eine klare, vollständige Antwort, oder müsste der Besucher raten?
Wie Sie das Ergebnis lesen
- Selten genannt, Technik in Ordnung: Meist fehlen klare Antworten auf Kundenfragen und Erwähnungen außerhalb Ihrer Seite.
- Selten genannt, Technik mit Mängeln: Zuerst die Technik beheben, sie wirkt am schnellsten.
- Oft genannt, aber falsch beschrieben: Firmendaten und Leistungsbeschreibung vereinheitlichen.
- Konstant ein Wettbewerber vorn: Prüfen Sie, welche Quellen dort verlinkt werden, und was diese Seiten besser beantworten.
Wiederholen Sie den Test mit denselben Fragen nach vier bis acht Wochen. So sehen Sie, ob Maßnahmen etwas bewirken.
Häufige Fragen
Reichen manuelle Tests aus?
Für eine erste Einschätzung ja. Für eine belastbare Entwicklung über Monate lohnt sich ein festes Verfahren mit denselben Fragen, regelmäßiger Wiederholung und sauberer Dokumentation.
Muss ich dafür bezahlte Tools kaufen?
Nein. Es gibt Monitoring-Werkzeuge, aber die Methode funktioniert auch mit einer Tabelle. Bei vielen Fragen und mehreren Systemen spart Software Zeit.
Was mache ich mit dem Ergebnis?
Beginnen Sie mit der Technik, dann mit Antworten auf die wichtigsten Kundenfragen auf Ihren Kernseiten. Wenn Sie das Ergebnis einordnen lassen möchten, ist das der Sichtbarkeits-Check.